Tourismus und Verkehr
Ein Handbuch zur Verkehrsberuhigung in Tourismusgemeinden

Kuratorium für Verkehrssicherheit in Zusammenarbeit mit der ÖAR-Regionalberatung GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Angelegenheiten

In zahlreichen Gemeinden wird die Basis des Tourismus, eine weitgehend intakte Umwelt, durch die zunehmenden Belastungen des Verkehrs gefährdet. Demgegenüber sind Ruhe, Sicherheit und die Flucht aus dem Alltag wesentliche Bedürfnisse der Urlauber. Starker Verkehr wirkt für Einwohner und Gäste als Störfaktor. Das Handbuch "Tourismus und Verkehr" soll interessierte Gemeinden auf dem Weg zur Lösung ihrer Verkehrsprobleme unterstützen.

Der wachsende Wettbewerb auf den touristischen Märkten macht neue innovative Ansätze notwendig, um den Tourismus in kleineren und größeren Gemeinden der ländlichen Regionen zu fördern. So könnten etwa Alternativen zum Auto gesucht und in touristische Qualitätsstrategien integriert werden.

Um das hohe Niveau der österreichischen Tourismuswirtschaft und den damit verbundenen Qualitätsvorsprung weiterhin aufrecht zu erhalten, wird es in Tourismusorten künftig auch wichtig sein, die Aufenthaltsqualität von Gästen durch verkehrs- und lärmreduzierende Maßnahmen zu erhöhen, wobei dieses Ziel unter Beachtung der bestehenden Mobilitätsbedürfnisse angestrebt werden muß.

Hier setzt das im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellte Handbuch "Tourismus und Verkehr" an und zeigt den interessierten Gemeinden Möglichkeiten auf, ihre Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. Allgemeingültige Rezepte zur Lösung von Verkehrsproblemen gibt es nicht. Auswahl, Maß und Reihenfolge der Schritte werden teils durch äußere Gegebenheiten, großteils aber auch durch interne Entscheidungsprozesse der Gemeinde zu bestimmen sein. Genau diese werden durch die Inhalte des Handbuchs unterstützt und erleichtert. Eine Zusammenschau von technischen sowie organisatorischen Lösungen, Hinweise auf Ansprechpartner, Kosten und Folgewirkungen sollen den Blick für das Mögliche und Sinnvolle schärfen. Inhalte des Handbuches sind etwa die Frage des Durchzugsverkehrs, der Parkplätze, die Schaffung von Fußgängerbereichen wie auch die Frage des öffentlichen Verkehrs und vieles mehr.

Mit dem Handbuch steht eine benutzerorientierte Unterlage zur Verfügung, um interne Diskussions- und Entscheidungsprozesse der Gemeinden bei der Planung und Umsetzung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen argumentativ zu unterstützen. Es ist dies ein Beitrag des Wirtschaftsministeriums im Bereich des Tourismus, Hilfestellung durch Beratung und Information zu bieten.

Da dieser Leitfaden schwerpunktmäßig auf die Situation und die Voraussetzungen möglichst vieler österreichischer Tourismusgemeinden abgestimmt ist, wird nicht die "Autofreiheit" etwa nach dem Vorbild einiger Schweizer GAST - Orte (das sind neun autofreie Tourismusorte, die bekanntesten unter ihnen sind Zermatt und Saas Fee) als Ziel angeboten, vielmehr werden Lösungen diskutiert, die auch schrittweise umsetzbar sind und Maßnahmen aufgezeigt, die auch ohne große finanzielle Aufwendungen durchgeführt werden können.


Zielgruppen für das Handbuch sind insbesonders:

  • Gemeinden (Entscheidungsträger, Bürgerinitiativen etc.) - eine Befragung im Rahmen der Erstellung des Handbuchs, bei der die für Gemeinden am schwierigsten zu lösenden Verkehrsprobleme ebenso erhoben wurden wie die Erwartungen an das Handbuch "Tourismus und Verkehr" dokumentiert das Interesse von Tourismusgemeinden an einer derartigen Unterlage sowie nach gezielter Information und Erfahrungsaustausch,
  • Regional- und Tourismusverbände,
  • Vertreter der Bundesländer.

Als weitere Schritte zur praxisorientierten Umsetzung der Ideen des Handbuches werden interessierten Personen, Regionen, Gemeinden und Institutionen Workshops bzw. Schulungen angeboten, die zusätzliche Hilfestellungen zur Verbesserung ihrer Verkehrssituation bieten und eine zielgerichtete Verbreitung des Wissens ermöglichen.

Zu diesem Zweck werden künftig, auf Grundlage des Handbuches Beratungsleistungen angeboten, mit dem Ziel:

  • Gemeindevertreter in der Diskussionsführung aktiv zu betreuen,
  • eine zielgerichtete Verbreitung des Wissens und des Handbuches zu gewährleisten
  • und auf die Situation interessierter und ausgewählter Gemeinden/Regionen bzw. Interessensvertretungen abgestimmte Lösungsansätze aufzuzeigen.

 

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